Der Veteranen-Club und die vergangenen 30 Jahre Vereinsgeschichte.

Ja - vor 30 Jahren da war die Welt noch in Ordnung - oder ..........???????????

Na ja, wer weiß, nur eines wissen wir genau, dass für unsere geistigen Väter des Vereines Kurt Flegel, damals schon stolzer Besitzer von einer beachtlichen Anzahl alter und sehr seltenen Motorädern und Ernst Häußer, Besitzer eines Glühkopf-Lanz-Bulldoges, die Welt in den Sommermonaten im Jahre 1979 absolut in Ordnung war.

Bei einer feuchtfröhlichen Runde war die Idee geboren, einen Club, nämlich den Veteranen-Club Bretzenacker zu gründen.

Und da war doch noch was, ja, die Jugend von Bretzenacker. Die kleine verschlafene Ortschaft oben am Berg bot zum damaligen Zeitpunkt nicht allzu viel der Jugend, doch wenn ein altes Motorrad oder gar das Geräusch des Lanz-Bulldoges zu hören war, stand die Jugend Kopf. So haben unsere geistigen Väter die Jugend (16-22 Jahre) mit dem Virus "Oldtimer" infiziert.

Es dauerte nicht lange, bis die Jugend aus ihrem Ersparten die ersten alten rostigen Fahrzeuge erwarben. "Teilweise ehrlich gesagt nur ein Haufen Schrott", so sah es auch die Nachbarschaft. Nur sie sah auch, dass die Jugend hier einer sinnvollen Beschäftigung nachgeht und, dass die alten Fahrzeuge (Zeitzeugen) wieder zum laufen hergerichtet wurden. Der Zulauf der Jugend aus den Berglen war beachtlich und somit auch zwangsläufig die Zunahme der alten Fahrzeuge. Hauptsächlich waren es Traktoren, dies ist auch verständlich, da ein Traktor im Verhältnis zum Auto oder Motorrad leichter zu restaurieren war. Die Zeit verging und man entschloss sich, ein Fest, eine Oldtimerveranstaltung zu organisieren. Im Jahre 1980 war das erste Olftimertreffen im, am und um den Hof von Ernst Häußer in Bretzenacker. Damals schon löste unser Tun ein großes Besucherinteresse aus. So wuchs der Verein stetig an Mitgliedern aus Nah und Fern.

Aber auch die Probleme, denn der Club bekam von überall Fahrzeuge und alte landwirtschaftliche Geräte. So blieb es nicht aus, dass der Platz um Häußer´s Hof einfach erschöpft war. Man stellte die Fahrzeuge in der Not auf die Wiese, tja das war mit Sicherheit keine Lösung, denn schon bald kamen unschöne Briefe von der Gemeinde und dem Landratsamt "der Schrotthaufen muss weg" Also wurde nach passenden Unterstellmöglichkeiten gesucht. Nur das war gar nicht so einfach, viele Maschinen und Geräte wurden wieder verkauft und der Rest wurde dann bei Clubmitgliedern untergestellt. Wir beantragten damals eine Unterstellmöglichkeit durch die Gemeinde, alternativ ein entsprechendes Gebäude bauen zu dürfen. Aber natürlich ein so junger Verein mit so einem ausgefallenen Hobby, für den gibt es keinen Platz und natürlich auch keine Unterstellmöglichkeit von Gemeindeseite aus. Also blieb dem Club nur eines, weiterzumachen und weiter auf der Straße zu bleiben. Das war hart, aber man stand es durch. In den Anfängen der 80 er Jahren entstanden weitere Oldtimervereine in Deutschland und man nahm die ersten Kontakte zu anderen gleichgesinnten Vereinen auf. Heute sind es immerhin rund 150 - 180 Oldtimervereine im Bereich Traktoren und landwirtschaftlichen Geräten.

Aber auch Neider und sonstige Unschöne Worte bekam der Verein immer wieder zu spüren und zu hören.

"dr alteise Verei" - "Die verrückte mit ihre alte Kärra" - "Die spennet, des alte Glomp" - "andre schmeissets naus und die hebets wieder uff" - " nett normal" -usw.

Aber das hat unserem Tun keinen Abbruch getan.

Nur ein kleines Schwächeln bekam der Verein stark zu spüren.

Ja ja die Liebe zu den Frauen, wir sind alle älter geworden und somit kamen die Frauen ins Spiel. Und bei der Mehrzahl der Jungs, war dann die Liebe zur Frau größer als zum Club.

Aber auch das wurde im Laufe der Jahre wieder besser und der Verein stand auch diesen biologischen Verlauf durch.

Heute hat der Verein ca. 180 Mitglieder, wobei die größte Anzahl der Mitglieder Fördermitglieder sind. Die aktive Mitgliederzahl liegt bei ca. 50 Mitglieder.

Da ich mit dem Verein ab der ersten Stunde aufgewachsen bin, kannte ich die Schwachstellen unseres- oder besser gesagt von vielen Vereinen, nämlich, dass nur ein Teil der Familie in einem Verein organisiert ist.

So krempelten wir den Verein im Jahre 2002 von einem Männer- in einen  Familienverein um.

D. H. soviel, dass bei uns die Frauen, wie die Kinder, wenn sie es möchten sich im Verein angagieren können, d.h. wir bieten den Mitgliedern verschiedene Brauchtumsarten zum erlernen an. Weiterhin hat der Verein seit 2002 auch eine Jugendgruppe.

Gerade wie ich die vergangenen Zeilen schreibe, denke ich, was hat der Verein,  sprich, was haben die  Mitglieder alles geleistet, der Verein schaut längst über den Tellerrand hinaus. Weit Weit über die Landesgrenzen hinaus ist der Veteranen-Club Bretzenacker e. V. eine erste  Adresse, wenn es um altes Brauchtum der vergangenen Zeit geht.